Wie machen Spinnen Netze?
Hast du schon einmal am Morgen ein glänzendes Netz zwischen zwei Pflanzen gesehen? Eine Spinne hat es ganz allein gemacht, ohne Nadel und ohne Faden aus dem Laden. Woher kommt also dieser Faden?
Seide, die in der Spinne entsteht
Eine Spinne trägt ihren eigenen Faden in ihrem Körper. Dieser besondere Faden heisst Seide. Die Seide ist zuerst eine flüssige Masse, ein bisschen wie Leim.
Am hinteren Ende der Spinne sitzen winzige Höcker, die Spinnwarzen heissen. Wenn die Seide aus ihnen herauskommt und an die Luft gelangt, wird sie aus einer Flüssigkeit zu einem starken, dehnbaren Faden — dünner als dein Haar, aber sehr zäh.
Eine klebrige Falle bauen
Die Spinne baut mit ihrer Seide ein Netz, das wie eine Falle wirkt. Zuerst macht sie starke Fäden, die das Netz halten, wie die Speichen eines Rades. Dann fügt sie runde Fäden hinzu, die mit winzigen klebrigen Tropfen bedeckt sind.
Wenn ein fliegendes Insekt gegen das Netz stösst, bleibt es an den klebrigen Tropfen hängen und kommt nicht mehr weg. So hat die Spinne ihr Abendessen gefangen!
Warum bleibt die Spinne nicht kleben?
Clevere Frage! Manche Fäden im Netz sind klebrig, manche aber gar nicht. Die Spinne merkt sich, welche welche sind, und läuft vorsichtig nur auf den nicht klebrigen Fäden. Ausserdem hat sie ein wenig Öl an den Beinen, das ihr hilft.
Wunder-Fakt: Spinnenseide ist so stark, dass sie für ihre Grösse zäher ist als Stahl!